In den Wald muss mehr Licht kommen
Großheubach. Bürgermeister Günther
Oettinger, Gemeinderäte, Jagdgenossenschaft, die Jagdpächter
Karl-Peter Kothe und Helmut Fiedler sowie einige Bürger
haben sich am Samstag an Hand von Themenschwerpunkten ein
Bild vom allgemeinen Zustand des Gemeindewaldes gemacht
und die aktuelle Wald-Wild-Situation erörtert.
Angeführt wurde der Trupp von Karlheinz Hess, dessen
Firma die Waldbewirtschaftung in Großheubach angepachtet
hat. Sein Mitarbeiter Mathias Geisler gab Einblick in
die Arbeiten und die Zielsetzung. Dabei machte der angehende
Diplom-Ingenieur der Forstwirtschaft, der kurz vor dem
Abschluss seines Studiums steht, deutlich, dass bei dem
in Deutschland einmaligen Pilotprojekt neben der Bewirtschaftung
die Pflege steht.
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Erkenntnisse hat der Waldbegang in Großheubach
allen Teilnehmern gebracht. Das Unternehmen Hess,
das den Gemeindewald bewirtschaftet, erläuterte
die bisherigen Arbeiten und die Ziele. |
Karlheinz Hess zeigte sich erfreut über den in kurzer
Zeit erreichten Erfolg in der Waldpflege, der die Kritik
am Projekt deutlich reduziert habe. Kein Hehl machte er
daraus, dass er als Unternehmer von der wirtschaftlichen
Seite abhänge, dass aber dazu die Pflege, wozu auch
die Instandhaltung der Waldwege zählt, bei ihm einen
hohen Stellenwert einnimmt. Neue Zielsetzung für
ihn sei es, Gruppierungen für den Waldaufbau zu finden
und über ein Sponsoring abteilungsweise den Waldaufbau
zu intensivieren.
Anhand von interessanten Waldbildern, so der Bürgermeister,
sei der Erfolg deutlich erkennbar. Mathias Geisler erläuterte,
dass im »Unterwald« in der Abteilung Lachental
bisher nur schlechtes Holz herausgenommen worden sei,
um das dringend nötige Licht vermehrt in den Wald
zu bringen. Dadurch werde die Bodenbeschaffenheit verbessert
und die bisher schlechten Voraussetzungen für Eiche
und Buche kehrten sich in der Folge ins Gegenteil um.
Mit dem Licht gehe laut Geisler in den nächsten drei
Jahren eine vorzeigbare Naturverjüngung einher. Hier
laute das ziel einen guten Bestand für die beiden
Laubbaumarten zu erreichen, deshalb werde die Kiefer herausgenommen.
Jagdpächter Karl-Peter Kothe fragte nach, warum
erst jetzt durch die private Firma Hess Licht in den Wald
gebracht werde. Er kritisierte, dass dies zuvor auch durch
die staatliche Betreuung hätte erfolgen können.
Als privates Unternehmen könne man schneller auf
die Wirtschaftlichkeit reagieren und sei nicht auf einen
manifestierten Holzeinschlag fixiert, führte Karlheinz
Hess aus. Holz müsse vor allem auch dann auf den
Weg gebracht werden, wenn der Absatz in der Wirtschaft
gewährleistet sei.
Im Fichtenbestand vermerkte man einen zu engen Stand
der einzelnen Bäume. Hinzu produziert die Staunässe
viel faules Holz. Die Krone sollte im Verhältnis
zum Stamm etwa ein Drittel der Gesamthöhe ausmachen.
Die Folge bei gehörigem Platz sei ein größerer
Stammdurchmesser, so die Forstleute. Im »Oberwald«
informierte sich der Trupp in der Abteilung »Schneidshecke«
über die Jungbestandspflege in der Eiche. Die Abteilung
»Ospisrain« weist einen Fichtenbestand auf
wenig geeigneten Standorten auf und im Buchwald wurden
die Jungbestandspflege und die Jungdurchforstung in der
Kiefer erörtert.
Bürgermeister Oettinger erinnerte daran, dass alle
Erkenntnisse im Wald auf das Standortgutachten zurück
zu führen seien, das man vor zehn Jahren in Auftrag
gegeben habe. Im Spätjahr will man erneut den Wald
begehen. Dieser Begang soll für den dreijährigen
Abschussplan, der 2007 beginnt, wichtige Erkenntnisse
liefern. Auch ein Motorsägen-Lehrgang soll stattfinden.
Der Kurs wendet sich an alle, die Brennholz selber machen.
(Der Artikel wurde veröffentlicht im Main-Echo
- Miltenberger Tagblatt - Ausgabe vom 03. Juli 2006)
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