Die Idee des Bibelgartens- oder warum hier keine botanische
Sammlung zu sehen ist
Weil
die Theresia Gerhardinger Realschule eine Schule in bischöflischer
Trägerschaft ist, hat sie einen besonderen Erziehungsauftrag.
Deswegen wurde die kleine Schulgartenfläche als Bibelgarten
gestaltet. Bibelgärten sind oft botanische Sammlungen
von Pflanzen, die in der Bibel genannt sind.
Dieser Bibelgarten ist anders. Im Amorbacher Bibelgarten
werden Flächengestaltung und Pflanzenauswahl dazu
benutzt, Informationen der Bibel, speziell zum Lebensweg
Jesu, in Verbindung mit dem Lebensweg eines jeden Menschen
zu setzen. Somit dient der Bibelgarten dazu, Christus
in Erinnerung zu bringen und dabei den Kindern und Jugendlichen
anzubieten zu überlegen, wie sie ihren eigenen Lebensweg
gestalten. Und welche Rolle das Vorbild Christusdarin
spielt. Dazu geben Gestaltung, Material-und Pflanzenauswahl
Anregungen, mal offensichtlich, mal mystisch.
Blick ins Paradies
Garten Eden! Alle Paradiesvorstellungen betreffen immer
einen Garten. Hier ist er als Naschgarten gestaltet -
als idealer, in jeder Pflanze beerntbarer Garten. Fröhlichkeit
und Überfluss laden zu einer Schwelle, zu einer persönlichen
Grenzerfahrung ein:
Von der Wüste zu den Wassern des Lebens
Diese Schwelle ist der Übergang zum Rondell und
die ihn umgebende Wüstendarstellung mit ihren frostfesten
Kakteen. Eine spannende Schwelle: Fröhlichen Überfluss
hinter sich lassen, sich auf Wüste einlassen. So
wie Christus sich immer wieder zur Besinnung auf Gott
und zum Gebet in die Wüste zurückgezogen hat.
Die persönliche Gotteserfahrung des Menschen wird
hier dargestellt durch einen Dornbusch, der noch zu pflanzen
ist (spezielle Art, selten zu bekommen).
Und durch eine noch zu setzende Steinstele im Zentrum
des Kreises, in welche der Name Gottes in allen europäischen
Sprachen plus hebräisch und aramäisch gemeißelt
sein wird. Die Wüste mit ihrer Chance zur Gotteserfahrung
ist der beginn des Weges zu den Wassern des Lebens.
Der eigene Lebensweg: finden und gehen
Dieser Weg beginnt beim Austritt aus dem Rondell und
endet beim Wasser rund um den Sakralraum.
Rechts des Weges finden sich Säulenbäume, welche
in ihrer Wuchsform den Menschen darstellen. Anfangs stehen
kleine wachsende Arten, es folgen mittelhohe, am Ende
groß wachsende. Für die Schüler Anregung
zu überlegen: Zu welcher Größe will ich
selber wachsen?
Christus - Herausforderung und Provokation
Wie ein das eigene Leben begleitender Spiegel,ist gegenüber
dem Lebensweg der Schüler links der jesuanische Lebensweg
skizziert. Er beginnt mit dessen Lehrunterweisungen (Sitzsteine:
Jesus mit Jüngern; Symbolpflanze für den Glauben:
die Feige), reicht weit über Jesu Wirken (Rosen ‘Gloria
Dei’), Opfer (Wein), Sterben (Kreuz) bis hin zu
Auferstehung und Ewigem Leben (Immergrüne). Jesu
Anspruch (Glaube, Symbol: Feigenhain) ragt von “seiner
Seite” hinüber auf die rechte Beethälfte:
Wie eine unumgängliche Provokation kreuzt sie das
Lebensbild der Schüler: Die sind eingeladen, auf
Leben und Lehre Jesu einzugehen - oder vorbei zu gehen.
Schülergeneration
Rechts, im Lebens-Weg, erhält jede Abgangsklasse
bis 2030 künftig einen Quadratmeter Fläche zur
freien Gestaltung. Jeder Schüler sweiß sich
so stets in Vergangenheit, Zukunft und Lebensrealität
eingebunden.
Und Ihre Meinung?
Der Bibelgarten hat am Ende des Weges statt gestalterischer
Vordergründigkeit ein inneres Bild in Ihnen hinterlassen.
Genau das ist seine Aufgabe, sein persönlicher Nutzen
für die Schüler und Besucher.
!!! NEU !!!
>> Flyer zum Themenprojekt "Biblischer Garten"
(PDF: 380 KB)
|